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(Ge-)Wichtige Bilder oder Audio-visuelle Produktion von Fettleibigkeit

25. September 11:00 - 12:30

Im 1972 veröffentlichten Film Volksmund oder: man ist, was man isst des Schweizer Regisseurs Markus Imhoof beschreibt der österreichische Experimentalfilmer und Künstler Peter Kubelka die grundlegende Beziehung zwischen Mensch und Essen in den folgenden Worten:

»Das Essen ist die folgenschwerste Beziehungnahme mit der Umwelt. Also, wenn man das vergleicht mit dem Schauen oder dem Hören …, aber das mit dem Essen ist ja, dass man gewissermaßen dauernd durchflutet ist von seiner Umwelt, und dass man einen Teil seiner Umwelt in sich aufnimmt. […] wie Meerestiere, niedrigere, die mit offenem Mund daliegen und sich alles hineinfächeln …«

Auf Basis exemplarischer szientifischer wie auch populärer Audiovisualisierungen sowie ihrer Verschränkungen mit zeitgenössischen Politiken der Sag- und Sichtbarkeiten versucht der Vortrag, den von Kubelka beschriebenen ‚schweren Folgen‘ dieser komplexen Ökologie auf die Spur zu kommen. Als der Ordnung des Sichtbaren zugehörig, lässt sich der fette Körper nicht einfach in die Ordnung des Sagbaren übersetzen, ist dem Diskurs aber zugleich weder vorgängig noch äußerlich, sondern (ko-)konstituiert diesen bzw. das Handlungsfeld Fettleibigkeit/Fatness ebenso mit, wie er von ihm verfertigt wird. So verstehen wir audiovisuell produziertes Fett-Sein als Sichtbarmachung, die stets mit Normalisierungsprozessen einhergeht und auf diese Weise ein historisch-spezifisches Feld von Sichtbarkeiten erzeugt, das in und durch spezifische/n Visualisierungtechnologien, -prak­tiken und -umgebungen wie Film, Fotografie und soziale Medien „imagineered“ (Tom Holert: Bildfähigkeiten) wird.

Details

Datum:
25. September
Zeit:
11:00 - 12:30
Eintritt:
Frei

Veranstaltungsort

Veranstaltungsraum 1 [V1 5. Ebene]
Veranstaltungsraum 1 [V1 5. Ebene]